Nuklearmedizin

Das unterscheidet die Nuklearmedizin von der Radiologie

Bei einer nuklearmedizinischen Untersuchung (Szintigraphie) wird im Gegensatz zur Radiologie in der Regel die Funktion eines einzelnen Organs oder eines Organsystems untersucht anstelle der Morphologie bzw. der Struktur.

Mithilfe geringer Mengen von radioaktiven Substanzen (Radionuklide) kann so mit speziellen Kamerasystemen (Gammakameras) präzise der Stoffwechselablauf dargestellt werden. Die Strahlenexposition durch eine solche Untersuchung liegt zwischen 0,5 und 5 Millisievert (mSv), die natürliche Strahlenexposition in Deutschland liegt im Mittel bei 2,5 mSv pro Jahr.

Unter Verwendung gering radioaktiver Substanzen kann mit einer sogenannten Gammakamera die Verteilung der Aktivität dargestellt werden. Durch Verwendung von für die einzelnen Organe unterschiedlicher Radiopharmaka (=Kontrastmittel der Nuklearmedizin) ergeben sich jeweils andere Aspekte. Es lassen sich somit ganz unterschiedliche Fragestellungen klären. Die Strahlenexposition liegt meist im niedrigen bis mittleren Dosisbereich (bezogen auf die natürliche Strahlenexposition, der alle Menschen ausgesetzt sind).

Dr. med. Silke Rozeboom, blonde Ärztin mit Pferdeschwanz sitzt an einem Schreibtisch aus hellem Holz. Hinter ihr bildschirme mit Nuklearmedizinnischen Bildern der Schilddrüse in blauer Farbe. Sie deutet auf die Bilder und sieht eine Patientin an. Die Patientin ist eine blonde Frau mit dichten schwarzen Wimpern, die man vonn der Seite sieht

Dr. med. Silke Rozeboom

Empfangsraum der Radiologie in München. Eine ältere patientin mit rötlichen halblangen haaren nimmt eine Radiologie Patientenmappe von einer Mitarbeiterin entgegen, die ein weißes Shirt trägt und einen blonden Pferdeschwanz. Im Hintergrund blauer Teppichboden und eine helle gebogene Wand mit einbauspots

Nuklearmedizin 360°: schonende Darstellung von Organen und Gewebe

Bei der Nuklearmedizin wird mit Hilfe von radioaktiven Substanzen der Stoffwechsel von Organen und Gewebe dargestellt. Die am häufigsten verwendete Substanz in der nuklearmedizinischen Diagnostik ist das Radionuklid Technetium-99m. Es besitzt die beste Strahlenhygiene sowohl für die Patienten wie auch für unsere Mitarbeiter. Durch die Gewinnung vor Ort (Eluation aus einem Molybdängenerator) ist es sehr gut verfügbar. Durch seine kurze Halbwertzeit (HWZ) von 6 Stunden stellt es nur eine geringe Strahlenexposition dar und bei der idealen Energie von 144 keV ist es für die speziellen Gammakameras sehr gut detektierbar. Durch Koppelung an andere Stoffe kann es als Radiopharmakon dann, in der Regel über eine Armvene injiziert, in den Stoffwechsel des zu untersuchenden Organes eingeschleust werden. Dies kann unterschiedliche Untersuchungszeiten und -abläufe wie auch Vorbereitungen erfordern. Näheres kann hier bei der Erläuterung der gängigsten Untersuchungsverfahren nachgelesen werden.

Häufige nuklearmedizinische Untersuchungsverfahren sind:

  • Schilddrüse (Schilddrüsenszintigraphie)
  • Knochen (Knochenszintigraphie)
  • Herz (Myokardszintigraphie)
  • Lunge (Lungenperfusions- und Ventilationsszintigraphie)
  • Niere (Nierenfunktionsszintigraphie)

Das Verfahren kommt weiterhin für Untersuchungen des Gehirns (z.B. Parkinsondiagnostik) und des Lymphsystems zur Anwendung sowie bei der Suche nach Tumoren (Tumorszintigraphie). An unserem Standort West behandeln wir außerdem chronisch entzündliche Gelenkschmerzen mit der Radiosynoviorthese (RSO) und bieten palliative Schmerztherapie bei Knochenmetastasen an.

Wie wird eine nuklearmedizinische Untersuchung durchgeführt?

In der Regel wird über eine Armvene eine geringe Menge radioaktiver Substanz in den Körper injiziert. In Abhängigkeit des zu untersuchenden Organes/Organsystems werden dann entweder während der Injektion, unmittelbar nach der Injektion oder nach einer Wartezeit von einigen Minuten bis mehreren Stunden an einer Gammakamera Aufnahmen angefertigt. Für bestimmte Untersuchungen ist eine Vorbereitung notwendig. Zum Beispiel sollte für die Schilddrüsenszintigraphie nach Möglichkeit die Schilddrüsen-Medikation für ca. 10 Tage im Voraus abgesetzt werden. Für die Herzszintigraphie (=Myokardszintigraphie) und die Untersuchung von Verdauungsorganen sollten Sie nüchtern sein.

 

Wann kann eine Szintigraphie nicht durchgeführt werden?

Bei Schwangeren und stillenden Müttern sollten nuklearmedizinische Untersuchungen nur in Ausnahmefällen durchgeführt werden. Ihr Arzt wägt mit Ihnen die Risiken und den Nutzen einer Szintigraphie ab.

Patientenfragebogen und Infomaterial zur nuklearmedizinischen Untersuchungen

Vor einer nuklearmedizinischen Untersuchung bitten wir den Patienten, einen Fragebogen auszufüllen, den Sie in unserem Downloadbereich finden. Wir halten hier auch weiteres Informationsmaterial für Sie bereit. Sie können den Fragebogen gerne bereits ausgefüllt zu Ihrem Untersuchungstermin in München mitbringen.

Erfahren Sie hier mehr über unsere speziellen Leistungen:

Diese Leistung finden Sie an folgenden Standorten:

München West

Unsere Ärzte für diese Leistung:

Dr. Köck, Dr. Manthey, Dr. Schmid, Dr. Rozeboom